Warum das OSI-Modell?
Es ist kein trockener Stoff, sondern dein wichtigstes Diagnosewerkzeug.
- Weißt du die Schicht, kennst du das zu prüfende Gerät/den Dienst
- Fehlersuche wird systematisch statt Raten
- In der Prüfung garantiert relevant
Sieben Schichten
OSI = Open Systems Interconnection: sieben Schichten, jede mit klarer Aufgabe, jede spricht mit ihren Nachbarn.
- Herstellerunabhängige Standardisierung
- Fehler lassen sich einer Schicht zuordnen
Geräte pro Schicht
Switch (L2)
Leitet anhand der MAC-Adresse im lokalen Netz.
Router (L3)
Verbindet Netze anhand der IP-Adresse.
- Alter Hub arbeitete auf L1 (heute abgelöst)
- Firewalls/NGFW prüfen bis in die oberen Schichten
Kollisions- vs. Broadcast-Domäne
Jeder Switch-Port ist eine eigene Kollisionsdomäne – Kollisionen gibt es praktisch nicht mehr.
- Ohne VLANs ist der ganze Switch eine Broadcast-Domäne
- Ein VLAN = eine eigene Broadcast-Domäne
- Kleinere Domänen = weniger Last
TCP vs. UDP
TCP
Zuverlässig, verbindungsorientiert, bestätigt jede Lieferung.
UDP
Schnell, verbindungslos – für Streaming, VoIP, DNS.
- TCP für Korrektheit, UDP für Tempo
Ports: die Türnummern der Anwendungen
Eine IP-Adresse findet das Gerät, ein Port findet den Dienst darauf.
Bekannte Ports
80 HTTP · 443 HTTPS · 22 SSH · 53 DNS · 25 SMTP · 3389 RDP
Praxisnutzen
Blockiert die Firewall Port 443, scheitern alle HTTPS-Verbindungen – gezielt statt geraten.
- Ports 0–1023: „Well-Known Ports“, meist Systemdienste
- Ein offener Port ohne laufenden Dienst dahinter bringt nichts
Fehlersuche von unten nach oben
Kabel → IP-Konfiguration → Namensauflösung → Anwendung – genau in dieser Reihenfolge.
- L1: Kabel/Link prüfen
- L3: IP und Gateway prüfen
- L7: DNS und Anwendung prüfen