← Übersicht yoTech24.com

Tastenkürzel

→ Nächste Folie
← Vorherige Folie
ESC Zurück zur Übersicht
F Vollbild
? Diese Hilfe
Proxmox VE · M8

Hochverfügbarkeit

Ausfallzeit auf Sekunden senken – was realistisch ist, und was nicht

Ein Node fällt aus, die VM startet automatisch auf einem gesunden Node neu

Was HA leistet

Die VM springt vom ausgefallenen Node zum Ersatz-Node und startet dort neu
Nur VMs und Container, die explizit als HA-Ressource eingetragen sind, werden so behandelt – Verwaltung über ha-manager bzw. die Datei /etc/pve/ha/resources.cfg, nicht automatisch für jede VM im Cluster.
🎧 Block 1: Was HA leistet, RTO & RPO

RTO vs. RPO

Zeitachse: RPO misst den Datenverlust rückwärts, RTO misst die Wiederherstellungszeit vorwärts

Ablauf eines Failovers

Drei Schritte: Erkennung, Fencing, Neustart der VM
🎧 Block 2: Failover-Ablauf & Sekunden ehrlich

„Sekunden statt Minuten" – ehrlich

RTO setzt sich aus Erkennung, Fencing und VM-Boot zusammen, der VM-Boot dominiert

Voraussetzung: Storage

Shared Storage wie Ceph ergibt RPO 0, lokale Replikation ergibt RPO größer 0 je nach Intervall
🎧 Block 3: Storage entscheidet RPO

Voraussetzungen für Live-Migration

Live-Migration braucht kompatible CPU-Typen und shared oder replizierten Storage, sonst ist nur eine Offline-Migration mit Downtime möglich
Dieselben zwei Bauteile – CPU-Typ-Kompatibilität und Storage-Verfügbarkeit auf dem Ziel-Node – entscheiden also sowohl über unterbrechungsfreie Live-Migration als auch über RPO im HA-Failover-Fall. Wer Cluster und Storage von Anfang an darauf auslegt, gewinnt beides gleichzeitig.
🎧 Block 6: Voraussetzungen für Live-Migration

Ausfall-Zeitvergleich (Node-Ausfall)

Proxmox mit Ceph oder Replikation, VMware vSphere HA und Hyper-V Failover Cluster liegen ähnlich, nur VMware Fault Tolerance erreicht praktisch 0 Sekunden
Proxmox + Ceph Erkennung + VM-Neustart, RPO 0 – vergleichbare Ausfallzeit wie die kommerziellen Lösungen, ohne Lizenzkosten
Proxmox + Replikation Gleiche Neustart-Mechanik, kleines RPO je nach Intervall – günstigste Variante ab zwei Nodes
VMware vSphere HA Gleiches Grundprinzip: Erkennung, dann VM-Neustart auf einem anderen Host – ähnliche Zeitklasse wie Proxmox-HA
VMware Fault Tolerance Sonderfall: laufende Schatten-VM, praktisch 0 Sekunden Unterbrechung – aber teuer und mit harten Größenlimits je VM
Hyper-V Failover Cluster Ebenfalls Erkennung + VM-Neustart, technisch nah an Proxmox-HA – zusätzliche Lizenzkosten für Windows Server fallen an

Auffällig: fast alle etablierten Lösungen lösen HA nach demselben Muster (Erkennung → Fencing/Isolation → Neustart). Der große Zeitunterschied entsteht erst bei VMware Fault Tolerance, das als einzige Technik kein Neustart-, sondern ein Live-Spiegel-Modell fährt.

🎧 Block 4: Zeitvergleich & 0-Sekunden-Wahrheit

Die 0-Sekunden-Wahrheit

Echte 0 Sekunden nur mit VMware Fault Tolerance, alle HA-Restart-Lösungen benötigen einen VM-Boot
Wichtiger Denkfehler in der Praxis: Hypervisor-HA fängt Hardware-Ausfälle ab, sie ersetzt keine fehlende Redundanz in der Anwendung selbst. Wer Nullausfall verspricht, ohne die Anwendung selbst redundant auszulegen, verspricht zu viel.

Empfehlung für KMU

Entscheidungsbaum: etwas Datenverlust okay – 2 Nodes plus QDevice plus Replikation, sonst 3 oder mehr Nodes mit Ceph
🎧 Block 5: Empfehlung für KMU