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Proxmox VE · Praxis-Lab

Testlab mit 2 virtuellen Nodes

Nested-Lab (Proxmox in Proxmox) zum Üben – 14 aufeinander aufbauende Übungen, reine Lernumgebung, nicht für den Produktivbetrieb

Proxmox Logo
Physischer Host mit aktiviertem nested=1 betreibt zwei verschachtelte Proxmox-Nodes; auf pve-lab-1 laufen eine pfSense-Firewall-VM und eine Test-VM, auf pve-lab-2 eine weitere Test-VM als Replikationsziel

L0 – Systemanforderungen (physischer Host)

CPU Minimum 4 Threads mit VT-x/AMD-V, empfohlen 8+ Threads
RAM Minimum 16 GB (eng), empfohlen 32 GB+ – Verteilung ca. 8 GB je Proxmox-Node, 2 GB pfSense, 2 GB Test-VMs
Storage Minimum 128 GB SSD, empfohlen NVMe mit 256 GB+
Nested Virtualization Muss aktiv sein (nested=1) – ohne das startet innerhalb der Node-VMs keine eigene Virtualisierung

Ziel: Nested Virtualization auf dem physischen Host aktivieren, einmalig.

# Intel
echo "options kvm-intel nested=1" > /etc/modprobe.d/kvm-intel.conf
# AMD
echo "options kvm-amd nested=1" > /etc/modprobe.d/kvm-amd.conf
modprobe -r kvm_intel && modprobe kvm_intel   # bzw. kvm_amd
cat /sys/module/kvm_intel/parameters/nested    # muss Y zeigen
Prüfpunkt: Ausgabe zeigt Y.

L1 – ISO-Download

Ziel: beide benötigten Installations-Images auf dem physischen Host bereitlegen.

Proxmox Logo pfSense Logo OPNsense Logo
Prüfpunkt: Beide ISOs sind unter local sichtbar.

L2 – VM-Vorbereitung (2 Proxmox-Node-VMs)

Für jede der zwei Node-VMs (pve-lab-1, pve-lab-2) identisch:

CPU-Typ host Pflicht für Nested Virtualization, 2–4 Kerne
RAM 8 GB je Node-VM
Disk 1 (System) 32 GB VirtIO-SCSI
Disk 2 (Daten/ZFS) 32 GB VirtIO-SCSI, wird später zum Replikations-Pool tank
NIC VirtIO an vmbr0
BIOS UEFI (OVMF) oder SeaBIOS – bei beiden Nodes gleich wählen
Achtung: Ohne CPU-Typ host startet die verschachtelte Virtualisierung in der Node-VM nicht. Bei Bedarf nachträglich: qm set <id> --cpu host
Prüfpunkt: Beide VMs starten vom Proxmox-ISO.

L3 – Installation

Ziel: Proxmox VE auf beiden Node-VMs installieren und aktualisieren.

apt update && apt full-upgrade
Prüfpunkt: Beide Weboberflächen sind erreichbar unter https://<IP>:8006.

L4 – Filesystem-Auswahl

Ziel: Storage-Grundlage für die spätere Replikation schaffen.

zpool create -f tank /dev/sdb        # Disk 2
# in Proxmox: Datacenter -> Storage -> Add -> ZFS -> Pool: tank
ZFS & RAID-Kompatibilität: ZFS will direkten Zugriff auf die Platten, kein Hardware-RAID darunter (siehe Modul 3, „Fallstrick: RAID-Controller") – auf echter Hardware den Controller in den HBA-/IT-Modus versetzen. In diesem Nested-Lab sind die Node-Disks ohnehin virtuelle VirtIO-SCSI-Platten ohne Hardware-RAID, das Prinzip gilt aber unverändert für den späteren Betrieb auf echten Servern.
Fallstrick: Den Pool auf beiden Nodes exakt gleich benennen (tank) – bei unterschiedlichen Namen scheitert die Replikation in L8 mit einem Storage-Fehler.
Prüfpunkt: Storage tank (ZFS) ist auf beiden Nodes vorhanden, gleicher Name.

L5 – Node-Konfiguration

Ziel: Zeitsync und Namensauflösung vor dem Cluster-Aufbau absichern.

192.168.10.11  pve-lab-1.lab.local pve-lab-1
192.168.10.12  pve-lab-2.lab.local pve-lab-2

Danach gegenseitig anpingbar prüfen.

Prüfpunkt: ping pve-lab-2 von Node 1 erfolgreich (und umgekehrt).

L6 – Cluster erstellen (auf Node 1)

Ziel: den Cluster initial anlegen.

pvecm create lab-cluster
pvecm status
Prüfpunkt: pvecm status zeigt 1 Node, Quorum ok.

L7 – Cluster beitreten (auf Node 2)

Ziel: den zweiten Node dem Cluster hinzufügen.

pve-lab-1 erstellt den Cluster mit pvecm create, pve-lab-2 tritt anschließend mit pvecm add bei; danach zeigen beide Nodes Quorum ok
pvecm add 192.168.10.11
pvecm status

Danach in der GUI: beide Nodes im Datacenter-Baum sichtbar.

Hinweis: Für echte Hochverfügbarkeit fehlt bei zwei Nodes die dritte Stimme – optional eine kleine QDevice-VM ergänzen (siehe Modul 7).
Prüfpunkt: pvecm status zeigt 2 Nodes, beide online.

L8 – Replikation einrichten

Ziel: eine Test-VM per ZFS-Replikation von Node 1 auf Node 2 absichern.

Die Test-VM auf Node pve-lab-1 wird alle 5 Minuten per ZFS-Replikation auf den Pool tank von Node pve-lab-2 repliziert
pvesr create-local-job <vmid>-0 pve-lab-2 --schedule "*/5"
pvesr status
Prüfpunkt: Erster Replikationslauf zeigt OK, das VM-Volume ist auf Node 2 unter tank sichtbar.

L9 – Netzwerk-Konfiguration

Ziel: eine zweite, VLAN-fähige Bridge für das Lab-Netz anlegen.

vmbr0 dient als Management-Bridge, vmbr1 ist eine zusätzliche VLAN-aware Bridge für das Lab-Netz mit den VLAN-IDs 2 bis 4094
# /etc/network/interfaces (Auszug), danach: ifreload -a
auto vmbr1
iface vmbr1 inet manual
    bridge-ports none
    bridge-stp off
    bridge-fd 0
    bridge-vlan-aware yes
    bridge-vids 2-4094
Prüfpunkt: vmbr1 ist als VLAN-aware Bridge auf beiden Nodes aktiv.

L10 – Nachträgliche Anpassung: VLAN, Disk, CPU, RAM

VLAN-Tag setzen, vDisk vergrößern und Disk hinzufügen sind live möglich; CPU und RAM erhöhen nur mit Hotplug und Gast-Unterstützung, sonst Shutdown; CPU und RAM verkleinern immer nur mit Shutdown
Prüfpunkt: vDisk live vergrößert und im Gast nutzbar; VLAN-Tag greift sofort.

L11 – pfSense-Firewall hinzufügen

Ziel: eine Firewall-VM zwischen Management- und Lab-Netz schalten.

pfSense Logo
Prüfpunkt: pfSense-Web-GUI ist über LAN erreichbar, WAN hat Verbindung.

L12 – VLANs erstellen

pfSense hat ein WAN-Interface an vmbr0 und ein LAN-Interface an vmbr1, auf dem LAN-Interface sind VLAN 20 für Server und VLAN 30 für Clients definiert, jeweils mit eigenem DHCP und Gateway
Prüfpunkt: Eine VM im VLAN 20 bekommt eine IP aus dem Server-Netz, Gateway ist pfSense.

L13 – Server nur hinter Firewall erreichbar

Standardregel ist Deny für alles, nur eine explizit erlaubte Regel lässt Zugriff von VLAN 30 Clients auf Port 443 im VLAN 20 Server zu, WAN und Management haben keinen direkten Weg zum Server
Prüfpunkt: Der Server ist nur über die freigegebene Firewall-Regel erreichbar; direkter Zugriff aus einem anderen Segment wird geblockt.

Abschluss & Aufräumen

Dieses Lab lässt sich beliebig oft zurücksetzen und wiederholen – genau dafür ist es als reine Nested-Umgebung gedacht, nicht für den Produktivbetrieb.

Proxmox, pfSense und OPNsense sind Marken der jeweiligen Rechteinhaber (Proxmox Server Solutions GmbH, Electric Sheep Fencing/Netgate, Deciso B.V.) und werden hier nur zur Identifikation der genannten Software verwendet.